Mississippi

Süd Mississippi

Wir sind im Bundesstaat Mississippi. Hier hat der Fluß seinen eigenes Land. Warum auch nicht? Hat er doch dieses riesige Schwemm- und Sumpfdelta über die Jahrhunderte selbst erschaffen. Im Westen wird das Land durch den Mississippi River begrenzt, im Osten durch Alabama. Der Küstenabschnitt ist etwa 120 km lang.

Sumpf

Die Sumpfgebiete sind das Erste, das uns auffällt. Die Bäume tragen kaum noch Laub, die feuchten Wiesen sind bräunlich gefärbt und  … es liegt Müll herum. Im De Soto National Forest liegen Autoreifen unter einer Humusschicht begraben und aus einer alten Matratze wachsen bereits Sträucher. Dass sämtliche wasserführenden Leitungen total verrostet sind, liegt am Wasser. Es zerfrisst Metall, aber die Schnodrigkeit setzt sich wie ein roter Faden durch das ganze Gebiet. Wir brauchen lange bis wir die Wandertrails finden, weil die Adressen/Koordinaten nicht auf dem Prospekt angegeben sind. Endlich angekommen, ist der Weg nicht ausgeschildert … Das kennen wir von den anderen Bundesstaaten, durch die wir bislang reisten, nicht. 

32 Meilen weißer Sandstrand

Wir wenden uns der Küste zu und sind überrascht: Von Biloxi bis Pas Christian zieht sich ein 32 Meilen langer weißer Sandstrand entlang der Küste. Der Scienic Highway 90 führt direkt am Meer entlang. 2005 wütete hier der Hurrikan Kathrina. 

Was wir nun sehen, kommt uns vor wie in einen Zeitraffer: 
Vor ein paar Tagen erlebten wir hautnah die Zerstörung von Mexiko City durch den Hurrikan Michael. Der Strand glich einem Trümmerfeld. Siehe Beitrag Hurrikan Michael 

13 Jahre nach der Katastrophe von New Orleans ist man in Mississippi im letzten Abschnitt des Wiederaufbaus. Mit Mut zur Lücke: Man hat bewußt eine Bebauungsdichte vermieden. Rechter Hand fahren wir an neuen gepflegten Wohngebieten mit zum Teil herrschaftlichen Häusern vorbei, linker Hand am weißen Sandstrand. Fischerpiers ragen ins Meer, Picknickplätze und Bänke laden zum Rasten ein. Der Strand gehört der Öffentlichkeit. 

Nur ab und zu erinnert das Fundament eines abgerissenen Hauses daran, dass hier vor nicht allzu langer Zeit eine Tragödie stattfand. Aus einem ehemaligen Schwimmungpool wächst Schilf. Viele Grundstücke werden noch zum Verkauf angeboten. 

Die Sonne scheint. Außer ein paar Hundebesitzern ist am Beach niemand unterwegs. Johnny ist vom flachen Ufer und der geringen Brandung begeistert. Da verliert er sogar seine Angst vor dem Wasser. Der Strand versōhnt uns mit der Schnodrigkeit im Hinterland. Wir genießen den Morgen und den Nachmittag, dann den Abend und noch einen Morgen und …

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