Die Ostküste Floridas

DIESE…, ein gequälter Blick zu mir, … MISTVIECHER !!! MISTVIECHER …!!! MISTVIECHER …!!! 
Sie fressen uns förmlich auf. Nahezu unsichtbar,  – kleiner einem Stecknadelkopf -, lauern sie tagsüber im Schatten. Hauptsächlich in der Dämmerung und in der Nacht sind sie aktiv. Und sie beißen. Jedes Stückchen Haut ist ihnen recht. Wir haben uns auf Mistviecher geeinigt. Wir könnten sie auch Drecksviecher, SCH… viecher oder S …viecher nennen. Je nach Grad der Beherrschung. Die einzige Chance ihnen den Appetit zu verderben sind lange Hosen und Hemden. Leichter gesagt bei 32°C tropischer Temperaturen. Und selbst da sind Ohren, Nasen, Hände und Füße in Gefahr.

Wir sind inzwischen an der Ostküste Floridas im Johnathan Dickson State Park etwa auf der Höhe von Palm Beach angekommen und so eine Plage haben wir auf unserem Weg hierher noch nicht erlebt.

Little Talbot State Park

Unser erster State Park auf Floridas Boden war eine kleine Insel. Sie wird von dem Simpson’s Creek (river) vom Festland getrennt. Hier vermischt sich Süßwasser mit Salzwasser und bildet eine einzigartige Pflanzen und Tierwelt. Die Seaside besteht aus einem kilometerlangen Stand:

Die Riverside wird gesäumt von den Live Oakbäumen

Wir überprüften den Simspson’s Creek mit dem Kajak und paddelten ihn bis zur Mündung ins Meer. Praktischerweise konnten wir die Gezeiten ausnutzen und wählten den Hinweg mit der Ebbe und den Rückweg mit dem Einsetzen der Flut. So wurden wir jeweils mit der Strömung vorwärts geschoben. Inseln, die zuvor nicht sichtbar waren,  waren bei unserer Rückkehr vorhanden. Der Fluß gleicht einem Labyrinth. Gott sei Dank gab es ab und zu Markierungsbojen… An der Mündung ins Meer wurden wir durch den Anblick junger Pelikane belohnt.

Gamble State Park

Unser zweiter State Park war ebenfalls eine Insel. Sehr lang und sehr schmal. Er besticht durch seine Lage direkt am Meer. Das Wetter war zwar nicht so gut, aber die Meeresbrandung dröhnte und die Salzluft bestoch uns … und so liesen wir den Tag gemütlich ausklingen.

Johnathan Dickison State Park

Und nun sind wir hier. Bei den MISTVIECHERN. Wir müssen aufs Wasser. Erfahrungsgemäß sind auf dem Wasser keine Moskitos oder sonstige blutfressende ViIECHER unterwegs. Unweit unseres Campground befindet sich eine Bootsrampe in den Loxahatches River. Nichts wie hin.

Hier begegnen uns zum ersten Mal dichte Mangrovensümpfe. Wir sind auf der Lauer nach der legendären Seekuh, Wasserschildkröten und Aligatoren.

Wir sind überwältigt. Berni entdeckt eine Seekuh – ein seltener Anblick! Das muss noch genauer untersucht werden. Wir bleiben eine weitere Nacht bei den MISTVIECHERN. Inzwischen schlafen wir im Zelt, Das hat ein engmaschigeres Moskitonetz …

Das große Fressen

Wir starten diesmal unsere Kajaktour in südliche Richtung. Der State Park endet leider schon nach ca. einer Meile … und Florida beginnt. Also, das was man üblicherweise unter Florida versteht: Villen mit Palmen, privaten Bootsanleger, Motoryachten …

Doch die Idylle trügt. Unter Wasser brodelt es. Mit der Ebbe zieht es Schwärme kleiner Fische ins Meer. Sie bilden lange krizzelige Spuren auf dem Wasser. Raubfische donnern mit geöffnetem Maul in die Schwärme. Ziiiiiiiiisch, macht es, ziiiiiiiiiiiiisch. Und tausend silberne Fischlein fliegen durch die Luft. Fressen und gefressen werden. 

Seufz, ich denke an die MISTVIECHER, die an Land lauern … die Idylle trügt.

 

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