Forillion NP und Percé Rock, Gaspesie/Quebec

Ich wollte über die Gaspésie nach Halifax zurückfahren. Das ist die Halbinsel im Saint Laurence Golf, die noch zu Quebec gehört. Das kostet uns etwa 800 km Umweg. Warum? Weil das Land dort zu Ende ist. Ich habe die Bezeichnung „Lands End“ auf der Landkarte entdeckt. Das ist eine lange schmale Nase, die vom Forillion National Park im äußersten Osten ins Meer ragt. Das fasziniert mich. Wie sieht es wohl am Ende -des- Landes aus?

Forillion National Park

Über die felsgebirgige Nordküste der Halbinsel gelangen wir zum Forillion National Park. Es ist der 15. Juni und der Frühling scheint gerade erst zu starten. Auf den saftiggrünen Wiesen blüht gelber Löwenzahn, blaue Vergißmeinnicht und Narzissen. Der Tannenwald ist mit Laubbäumen aufgelockert. Die neuen zarten und hellgrünen Blättchen bilden einen schönen Kontrast zu den dunklen Nadeln. Das Meer donnert laut gegen die Felsen der Steilküste. Ab und zu hat sich ein kleiner Kiesstrand gebildet. In der Ferne sehen wir Wale springen.

Die Sonne scheint und es könnte nicht schöner sein. Im Winter, so sagt man uns, werden Temperaturen von -30 Grad gemessen. Der Winter ist so lang, dass für die übrigen Jahreszeiten kaum Zeit bleibt.

Was soll’s. Wir genießen im Sommer den Frühlingsanfang und entdecken am Ende des Landes ein wahres Paradies.

Percé Rock

Neben dem Forillion National Park ist der riesige Rocher Percé ein Touristenmagnet. Es ist ein 88 m hoher, 90 m breiter und 475 langer Felsenmonolith mit einem Torbogen. Er ragt vor der Küste des kleinen Ortes Perce wie ein Tortestück aus dem Meer.

Aber auch ohne die Touristenlieblinge Forillion NP und Percé Rock ist die Gaspésie eine Reise wert. Denn, obwohl die Halbinseln alles bietet, was das Herz begehrt, ist der Tourismus moderat. Die Dörfchen sind klein und unverbaut. Man lebt das Laissez-faire der Franzosen.

Die Gaspésie wäre eine Trauminsel. Wenn der Frühling nicht erst Mitte Juni starten würde, der Sommer nicht bereits Mitte August vorbei wäre und Mitte September nicht schon der Winter Einzug hielte…