Berni und ich stehen auf der Tanzfläche des Restaurants JC’s unweit des Playa El Coyote und wiegen uns zur Musik. Wir können beide nicht tanzen. „Das macht nichts!“, hat Pedro gesagt. „Hauptsache, ihr habt Spaß!“ Die Band besteht aus einem Saxophonisten, einem Trommler sowie dem Sänger und Gitarristen. Die Tanzfläche ist klein, aber voll mit meist weißhaarigen Amerikanern und Kanadiern. Denn heute ist Donnerstag: der Gesellschaftsabend der Strandcommunity vom Playa El Coyote. Pedro ist einer von ihnen und der Stimmungsmacher.
Allein unter Amerikanern und Kanadiern
Pedro kam am Strand auf uns zu, und wir waren uns auf Anhieb sympathisch. „Wisst ihr was?“, fragt er uns plötzlich. „Kommt doch heute Abend mit ins J. C.s. Da ist donnerstags immer etwas los!“. Recht hat er! Das Lokal ist ausgebucht. Viele Gäste haben vorreserviert. Wir sitzen an einem langen Tisch mit Janet, Pedro, Buffy, Hellen, Joe und … Mir raucht der Kopf! „Macht nichts“, sagt Joe auf Englisch, „wir hatten zwanzig Jahre Zeit, uns die Namen zu merken! Sag einfach: „Hello you!“
Snowbirds aus den USA und Canada
Um diese Jahreszeit ist der Playa El Coyote mit den Dauergästen aus Kanada und Amerika bevölkert. Es sind die „Snowbirds“, die dem eisigen Winter im Norden entfliehen. Ihr Trailer steht das ganze Jahr über am Beach, wird aber nur ein halbes Jahr genutzt. „Das ist unser zweites Zuhause“, sagt Pedro. „Ein weiterer Trailer steht an einem See in der Nähe von Calgary in Kanada. Ich habe mir mit meinem Schwager ein riesiges Grundstück gekauft. Natur pur.“ Pedro ist eigentlich Deutscher. Er wanderte vor vierzig Jahren nach seiner Lehre als Bankkaufmann mit 5000 D-Mark in der Tasche nach Kanada aus. Dort arbeitete er im Investmentsektor. „Die Töchter meines Chefs waren verrückt nach Pferden und so lernte ich meine niederländische Frau Janet kennen. Sie war mit Leib und Seele Reitlehrerin“, erzählt er. „Pedro, ist mein Künstlername“, antwortet er auf meine Frage nach seinem wenig deutsch klingenden Vornamen. „Heute manage ich weltweit große Pferdeveranstaltungen.“
Playa El Coyote
Wir campen am Playa El Coyote, weil wir zu seinen vorgelagerten Inseln paddeln wollen. Doch der Wind blies an unserem Ankunftstag zu stark. So erkundeten wir die Umgebung zu Fuß.
Erst am zweiten Tag gelingt es uns, unsere Pläne umzusetzen. Die Isla Playa El Coyote verbirgt einen verborgenen Traumstrand!
Pedro kennt die Bucht wie seine Westentasche. Er hat noch mehr Ziele für uns parat. In seinem Job als Manager ist er ein Profi! „Einmal wollte die Presse Fotos von mir machen. Das war bei einem Derby in Arabien. Es stellten sich ein paar Leute dazu, aber der Journalist sagt: „Nein, nur von ihm!“ Später stellte sich heraus, dass das irgendeine königliche Familie war!“ Er lacht.
Ob er die Delphine eigens für uns bestellt hat?
In guter Gesellschaft
Wir bleiben fünf Tage am Playa Coyote, das ist viel länger als geplant. Das liegt an der netten Gesellschaft. Die Community der Gringos & Kanadier kennt uns nach unserem Einführungsabend, grüßt freundlich oder verwickelt uns in ein Gespräch. Wir sind schließlich neu am Beach und somit interessant. Man kennt sich schließlich seit zwanzig Jahren …