Nationalpark Huatulco, Playa Cacaluta, Crucecita, Mexiko 

Der Nationalpark Huatulco ist die Hauptattraktion für Naturerlebnisse im Bundesstaat Oaxaca. Genau das Richtige für Berni! Er liebt es, Tiere und Pflanzen zu fotografieren.

Nationalpark Huatulco

Das 11.890 Hektar große Gebiet wurde 2003 als Nationalpark Huatulco anerkannt. Und ist zudem als UNESCO-Biosphärenreservat und Ramsar-Gebiet (Schutz von Feuchtgebieten) anerkannt. Er umfasst die Buchten San Agustín, Chachacual, Cacaluta, Maguey und Órgano. Der Park ist ein Juwel mit einer Vielfalt von Lebensräumen wie tropischen Trockenwäldern, Mangroven, Korallenriffen, Feuchtgebieten und Stränden. Und es gibt Wanderwege – eine Seltenheit in Mexiko.

Wanderung durch den Nationalpark Huatulco zum Playa Cacaluta

„Wenn ich das Wort ‚wandern‘ höre, wird mir Angst und Bange …“, sagt Elli und fächelt sich Luft zu. „Mein Kreislauf …!“ Bernis Schwester wird uns fünf Wochen lang durch Mexiko begleiten. Sie ist vor fünf Tagen in Mexiko angekommen und hat die Klimaumstellung noch nicht verkraftet. Die Temperaturen bewegen sich an der Pazifikküste Anfang März zwischen 30 und 35 Grad, in der Nacht kühlt es auf 24 Grad ab. Unsere ursprüngliche Wanderung schrumpfte daraufhin von etwa 6 Kilometern auf 3,5 Kilometer zusammen. Wir möchten durch den Nationalpark Huatulco zum Playa Cacaluta wandern. Der Strand ist nicht an das Verkehrsnetz angeschlossen.

Tropischer Trockenwald und Sumpf …

Etwas außerhalb von Crucecita startet unser Weg, der allerdings nur in unserer Organic Maps App verzeichnet ist. Es ist nicht mehr als ein Trampelpfad, der über Wurzeln und loses Laub in die Tiefe führt. Ich weise Elli darauf hin, sich nicht an einem Baum festzuhalten. Er könnte Stacheln haben! In dem trockenen Wald steht die Hitze. Das Laub knistert unter unseren Füßen, und in den Bäumen hängen riesige Termitennester.

An der Talsohle stoßen wir auf Informationsschilder des Nationalpark Huatulco. Vielleicht ist unser Pfad nur eine Abkürzung? Wir befinden uns kurz vor einem Sumpfgebiet! Und tatsächlich können wir von einem Aussichtspunkt aus frisches Grün erkennen. Hier muss Süßwasser vorhanden sein! Reiher, Wasserschildkröten und Krokodile finden hier ihren Lebensraum.

Dünen und Strand …

Die Hitze ist unerträglich, und es zieht uns zum Strand. Das Meer ruft! Weißer Sand verrät uns, dass es nicht mehr weit sein kann. Saguaros strecken sich in die Höhe. Weitere Informationsschilder weisen uns auf Vögel hin.

Ein letzter Sandhügel und der Playa Cacaluta liegt vor uns: Es ist ein Traumstrand mit hellem Sand und einer Insel. Die Brandung donnert an die Ufer – unsere Freude sinkt augenblicklich. An Baden ist nicht zu denken: Die Wellen sind zu hoch. Vielleicht im Schutz der Insel? Es folgen die längsten zweihundert Meter der gesamten Wanderung. Die Sonne heizt den Strand auf wie einen Backofen. Der kochend heiße Sand dringt durch unsere Sandalen. „Ich kann nicht mehr!“, keucht Elli, „Mein Herz rast! Ich brauche etwas zu trinken! Und Schatten …“

Die Belohnung: Ein Bad im Meer

Berni lässt den Rucksack fallen und prüft die Brandung hinter der Insel: Die Wellen sind hoch, aber Baden ist möglich. Wir nehmen Elli in die Mitte und warten den Moment einer niedrigen Welle ab, um hinter die Brandung zu kommen. Die Wassertemperatur beträgt angenehme 24 Grad. Es ist herrlich! Kaum aus dem Wasser, spricht uns ein etwa zehnjähriger Junge an. Ob wir etwas essen oder trinken wollen? Er zeigt auf ein kleines Restaurant im Hintergrund. Warum nicht? Der Ort ist viel zu schön, um schon an den Rückweg zu denken. Im Schatten sitzend beobachten wir Ausflugsboote, die Menschen an dieses Paradies befördern! Ach so? Es gibt auch eine andere Möglichkeit, wie Wandern!

Klein fängt an, wer groß herauskommen will

 „Möchtet ihr gebratene Bananen mit Creme?“ Unser kleiner Mexikaner steht mit drei kleinen Schüsseln vor uns: „35 Pesos pro Teller (1,70 €).“ Der kleine Mann ist schon ein richtiger Geschäftsmann! Wir nehmen ihm als Vorspeise einen Teller ab, denn bei seiner Mutterbestellten wir bereits Tacos. Sie sind auf dem Holzfeuer zubereitet, schmecken leicht rauchig und süß. Zufrieden genießen wir die Atmosphäre! 
Irgendwann müssen wir uns dem Rückweg stellen. Wir bezahlen die Rechnung und erheben uns. Unser kleiner Mexikaner flitzt herbei. „Und die Bananen?“, fragt er. „Wir haben schon bezahlt …“, antworte ich. Er schaut seine Mutter fragend an. Sie rollt mit den Augen: Vergessen! Schüchtern stammelt sie eine Entschuldigung und korrigiert die Rechnung. Und da sehe ich, wie sie die 35 Pesos ihrem Sohn in die Hand drückt. „Sein Geschäft?“, frage ich. „Sí …“, antwortet sie und lächelt irgendwie stolz.