Es zieht uns an den Pazifik. Beim Studieren der Karte fällt uns die Isla Tenacatita auf. Sie ist bei genauerem Hinsehen eine kleine Landzunge, die sich bis auf wenige Meter verengt und sich anschließend zu einem Hügel im Meer ausbreitet. Das erinnert mich an den Marina Ballena Nationalpark in Costa Rica mit seiner Walfischflossen-Halbinsel! Vielleicht erleben wir wieder ein Highlight?
Der geschäftige Playa Tenacatica
Wir biegen vom Hwy 200 in Richtung Pazifik ab und erreichen nach etwa acht Kilometern den Ort oder den Strand Playa Tenacatica. So genau lässt sich das nicht feststellen, denn das Zentrum scheint der Strand zu sein: Ein Restaurant reiht sich an das nächste. Es riecht nach gegrilltem Fisch und Tacos. Diverse Stände verkaufen Badeutensilien oder Give-aways. Eine Flut von Sonnenschirmen verbaut uns die Sicht aufs Meer. Es herrscht ein unglaublicher Rummel! Unsere Gesichter werden immer länger! So hatten wir uns den Strand nicht vorgestellt.
Eine unbefestigte Straße führt um das Chaos herum auf einen kleinen Hügel. Und von hier oben erblicken wir unsere kleine Landzunge. Und atmen auf!
Die Isla Tenacatita
Es ist unter der Woche und auf dieser Seite offenbar nichts los. Eine mexikanische Familie vermietet Sonnenschirme, aber das Geschäft läuft heute schlecht: Lediglich ein Platz ist besetzt. Das Pärchen in den Liegestühlen hat allerdings zwecks Unterhaltung eine Musikbox dabei und beschallt den leeren Strand. Auch das ist Mexiko! Berni findet einen kleinen exponierten Stellplatz auf dem Hügel. Der Postbus erklimmt ohne Probleme die kurze Schotterpiste und passt genau in die kleine ebene Stelle. Wir campen wie ein Adler in den Klippen und können die gesamte Landzunge überblicken. Was für ein schöner Platz!
Die Isla Tenacatita Cove
Das Besondere der Isla Tenacatita sind die beiden Strände, die nur wenige Meter entfernt gegenüberliegen. Vor dem Playa Mora liegt ein Korallenriff, das die Besucher zu Fuß oder per Boot zum Schnorcheln einlädt. Der gegenüberliegende Strand, die Isla Tenacatita Cove, ist naturbelassen und eignet sich hervorragend, um Sonnenuntergänge zu zelebrieren. Die Sonne verschwindet blutrot zwischen den Felsen im Meer.
Den ersten Tag verbringen wir damit, die Halbinsel zu erkunden. Leider ist der kleine Pfad zum Gipfel des Hügels im Meer zugewachsen. Stattdessen beobachten wir die kleinen Fische, die in den Wasserbecken zurückbleiben, wenn sich das Meer bei Ebbe zurückzieht. Und wir sammeln Muscheln und Steine. Erst am zweiten Tag schlüpfen wir in unsere kurzen Neoprenanzüge und rüsten uns mit Tauchermaske und Schnorchel aus. Wir erwarten nicht viel, meist ist die Brandung des Pazifiks zu stark.
Die bunte Unterwasserwelt der Isla Tenacatita
Berni steigt aus dem Wasser. Unsere Unterwasserkamera hängt um seinen Hals. Wir beschlossen, abwechselnd zu schnorcheln, um die Wertsachen nicht unbeaufsichtigt am Strand zurückzulassen. Ich sehe es schon an seinem Gang: Er war erfolgreich! „Unglaublich,“, ruft er, „ich habe jede Menge tolle Fische gesehen!“. Er reicht mir die Kamera.
Kurz darauf tauche ich in die verborgene Welt unter Wasser! Und hier habe ich das Highlight der Isla Tenecatita gefunden!