Einfach nur schön! Playa El Requeson, BC, Mexiko
Es ist der 10. Dezember. In vierzehn Tagen ist Weihnachten. Der Gedanke erscheint angesichts der Umgebung surreal. Wir campen mit dem Postbus an der Playa EL Requeson auf der Baja California. Vor uns leuchtet der tiefblaue Himmel, dazwischen ein schmaler Streifen rötliches Gebirge, dann dieses unglaubliche Blau des Meeres und weißer Sand. Hinter unserem Bus ein ähnliches Bild! Ein heller Sandstrand, türkisblaues Meer, rötliches Gebirge und tiefblauer Himmel. Die Brandung schlägt gleichmäßig gegen den feinen Sand.
Die Isla El Requeson und der Playa El Requeson
Sie gehören untrennbar zusammen: die Insel und der Strand El Requeson. Sie sind verbunden und doch getrennt. Wie kann das sein? Der Wind und die Wellen ließen eine schmale Landzunge zur Insel wachsen. Bei Ebbe können wir trockenen Fußes zur Insel laufen. Bei Flut reicht uns das Wasser bis über die Hüfte. Es wäre die perfekte Insel für das Lied von den beiden Königskindern gewesen. Dann wäre der Jüngling beim Versuch, zu seiner Liebsten zu kommen, nicht ertrunken. (Text/Melodie gesungen von Jürgen Fastje: Es waren zwei Königskinder, die hatten einander so lieb. Sie konnten beisammen nicht kommen, das Wasser war viel zu tief.)
Nichts als Steine und Kakteen
Ob die Königstochter jedoch auf der kleinen Steininsel hätte wohnen können, ist fraglich. Es gibt einen steinigen und mühsamen Trampelpfad, der über die Insel führt. Links und rechts des Weges wachsen dornige Büsche, Kakteen und Säulenkakteen. Er wird nicht oft begangen und auch nicht mehr gepflegt. Wir verlaufen uns etliche Male. Der Wind ist so stark, dass ich meine Mütze festhalten muss. Die Einwohner sagen, dass man von hier aus gut Delfine und Wale beobachten kann. Es ist hierfür aber noch zu früh im Jahr.
Das Highlight des Playa El Requeson ist die ungewöhnliche Lage.
Wir parken mit dem Postbus direkt auf dieser weißen Landzunge in Richtung Insel El Requeson und blicken aufs Meer. Das Ufer fällt flach ab, die Kinder der Amerikaner neben uns planschen im türkisgrünen Wasser. Die Landschaftsfarben sind überschaubar: Neunzig Prozent meines Gesichtsfeldes bestehen aus den Blautönen von Himmel und Meer. Das beruhigt. Ich lasse meine Seele baumeln und träume vor mich hin. Der wievielte Tag ist heute? So kurz vor Weihnachten? Ist noch viel zu weit weg …