Die Landschaft der Baja California wird als Baja-Wüste bezeichnet. Es ist eine Wüste, die an türkisblaues Meer grenzt. Daran muss man sich gewöhnen. Mich fasziniert der Kontrast immer wieder aufs Neue. Aber die Baja California auf die Küste zu begrenzen, wäre fatal.
Die Baja-Wüste
Die Wüste selbst kennt unterschiedliche Ausdrucksformen: Die Adjektive sandig, steinig, flach, hügelig, bergig, bewachsen, kahl, weiß, orange, rosa, rot und schwarz kann man beliebig zusammensetzen – es gibt sie alle! Unter den Pflanzen findet man ebenfalls niedrig wachsende Kräuter und junge Kakteen, Büsche, die Saguaros und den Cirios-Baum. Letzteren gibt es weltweit nur auf der Baja California. Es ist ein lustiger Geselle, der sich senkrecht in die Höhe schraubt.
Campen in der Wüste
Je nach Vorliebe kann man irgendwo in der Wüste campen. Soweit kein Zaun den Eintritt verwehrt. Die Polizei empfiehlt es nicht. Sie achtet auf die Sicherheit der Touristen. In den Foren lesen wir allerdings kaum etwas von Überfällen oder dergleichen. Im Gegenteil lesen wir oft von den Kontrollen durch das Militär oder die Polizei. Sie will sich lediglich versichern, ob alles in Ordnung ist. Wer allerdings nachts durch die Lichter von Taschenlampen und Klopfen an der Fensterscheibe geweckt wird, dem bleibt vor Schreck das Herz stehen. Wir sind es nicht gewohnt, Männer mit Schusswaffen zu sehen, die sich erst später als unsere Beschützer zu erkennen geben. Ich achte darauf, von einer Straße aus nicht gesehen zu werden, wenn wir „frei“ stehen. Leider können wir unseren Postbus nicht völlig abdunkeln. Den hellen Lichtschein sieht man meilenweit.
Valle de los Cirios
Trotz der Gefahr des Entdecktwerdens können wir der Faszination Wüste nicht widerstehen. Das Valle de los Cirios ist unser Favorit. Finden wir einen trockenen Bachlauf, ist es um uns geschehen. Er ist unser Weg durch eine wundersame Welt. Oft folgen wir Tierspuren, die das Flussbett ebenfalls benutzen. Denn die Wüste ist dornig und dieser Weg der bequemste.
Es ist Ende Dezember und die Kräuter blühen. Uns gefällt es besonders gut, wenn große Hinkelsteine Nischen oder Aussichtspunkte bilden. Sie sind rund abgeschliffen, was auf gewaltige urzeitliche Kräfte schließen lässt. Es ist eine archaische Landschaft und wir genießen die Stille und die Einsamkeit.
Die Tage sind wunderschön. Die Nächte weniger. Zumindest wenn man ein schwaches Nervensystem hat. Während Berni tief und fest schläft, versuchen meine Ohren, ein Geräusch zu orten … aber da ist keines!